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Tschetschenien pur
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Der Engel von Grosny: Tschetschenien und seine Kinder (Gebundene Ausgabe) Quasi als Kriegsberichterstatterin reiste Asne Seierstad in mehreren Zeiträumen - mal legal, mal illegal - nach Tschetschenien und schildert in Form einer eindrucksvollen Reportage ihre sehr persönlichen Erlebnisse aus dieser Zeit. Sie traf mit russischen Soldaten, tschetschenischen Kämpfern und Anführern des Widerstands, den aktuellen politischen Führern Tschetscheniens, Ältestenräten, Müttern und Kindern zusammen und hat diese Begegnungen in den Kriegen in ihrem Buch festgehalten. Dabei lernte die Autorin auch die Tschetschenin Hadisat, den "Engel von Grosny", kennen, die sich in einer Art Kinderheim um die tschetschenischen und russischen Straßenkinder kümmert. Im Mittelpunkt des Buches stehen diese Kinder, die durch das jahrelange Kriegsgeschehen verändert wurden. Sie sind die wahren kleinen Helden dieses Berichtes: - Timur, der gerne Hunden den Schädel einschlägt, - Elisa, das Mädchen mit Splittern in den Beinen, das beide Eltern verloren hat, - Adam und Abdul, die Botendienste für den tschetschenischen Widerstand übernahmen, - Liana, die notorische Diebin, die wie ein Rabe stiehlt, - Lida und Adlan, die Geschwister mit einer geistig verwirrten Mutter, - Asets Sohn, dessen Vater des Terrorismus verdächtigt wird. Anhand dieser Einzelschiksale zeigt die Autorin auf, wie die Kriege die tschetschenische Gesellschaft brutalisiert und zerrüttet haben. Gleichzeitig vermittelt ihr Bericht plakative Einblicke in die Entwicklung Tschetscheniens über den Zeitraum der Kriege hinaus und legt damit die Grundlage für das Verständnis der Schicksale der Straßenkinder. Insgesamt eine empfehlenswerte Lektüre für Leser, die sich für die Theamtik Tschetschenien interessieren.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 12. Januar 2010 |